#GruenePM zur Eichenfällung in Mantinghausen

Mit Entsetzen und Unverständnis haben die GRÜNEN Salzkotten auf die kürzlich erfolgte Fällung von zehn Eichen reagiert, die seit etwa 120 Jahren die Mantinghausener Kirche umgaben. „Ich war fassungslos, als ich vor diesem Kahlschlag stand“, sagt Ratsfrau Petra Hundt, die von einem Bürger informiert worden war.

Die Eichen waren auf Veranlassung des Kirchenvorstandes am Freitag vor dem Karnevalswochenende innerhalb weniger Stunden mit einem Harvester gefällt worden. Zum Zeitpunkt ihrer Anwesenheit am Samstag seien noch Aufräum-und Zerlegungsarbeiten im Gange gewesen , die von Helfern der Gemeinde geleistet wurden. Bei ihnen habe sie sich nach den Gründen für die Fällung erkundigt. Einer ihrer Gesprächspartner habe zunächst ihren Eindruck bestätigt, dass die Eichen gesund gewesen seien. Allerdings hätten trockene Äste immer auch ein Sicherheitsrisiko dargestellt. Das Herausschneiden von Trockenholz sei aber sehr aufwendig und teuer. Überdies verstopften die Blätter die Dachrinnen , die dann auch öfter gesäubert werden müssten. Ein Grundstücksnachbar habe sich seit Jahren über zu viel Laub beklagt. Und außerdem, so der Gesprächspartner , hätten Bäume so nah an einer Kirche nichts zu suchen.

Diese Art der Argumentation und die dahinterstehende Ignoranz hätten ihr die Sprache verschlagen, sagt die Ratsfrau. „Diese alten Eichen haben zwei Kriege überlebt und waren über mehrere Generationen Zeugen des religiösen und sozialen Lebens der Mantinghausener. Gab es denn bei den Verantwortlichen kein Bewusstsein für den kulturellen und spirituellen Wert dieses Kirchplatzes?“ , fragt die Grüne.

In weiteren Gesprächen in den vergangenen Tagen seien ihnen keine stichhaltigen Gründe für die Fällung genannt worden, so die Grünen. Man habe allerdings mehrfach die anstehende Renovierung der Kirche erwähnt, für die man „Platz haben“ müsse. Die Grünen vermuten daher, dass der Vorstand hier die Gelegenheit beim Schopf ergriffen habe, sich die offenbar als nur noch lästig und kostspielig empfundenen alten Eichen vom Halse zu schaffen. Leitgedanke sei wohl gewesen: Wir machen alles neu, die Kirche und den Kirchplatz gleich dazu. Neues ist schön, weil es sauber und ordentlich erscheint, Altes ist nicht mehr schön und muss weg. Dieser Einstellung seien schon viele erhaltenswerte Kultur-und Naturgüter zum Opfer gefallen, sagt Petra Hundt.

Für Wolfgang Dehlinger, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Stadtrat, zeigt dieser Vorfall einmal mehr die Notwendigkeit, für Salzkotten endlich eine Baumschutzsatzung zu erarbeiten. „ Wer auf seinem Grundstück einen Baum alt werden lässt, leistet einen Beitrag für die Gemeinschaft und muss unterstützt werden. Denn Bäume, gerade alte und großkronige Laubbäume, sind nicht nur für Auge und Seele gut – sie leisten auch einen unschätzbaren Beitrag zur Reduzierung des klimaschädlichen CO2.“ Die Fällung sei daher auch eine traurige Nachricht für die Klimaschutzanstrengungen der Stadt. „Die Schöpfung bewahren“ heiße es in der Kirche. Beim Schritt aus der Mantinghausener Kirchentür sollte das nach Meinung der GRÜNEN nicht vergessen sein.

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