Zu hohe PFT-Werte in Salzkotten

Im Hinblick auf die Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen in Bezug auf die aufgetretene PFT-Problematik in Salzkotten und den durch die Presse aufgeworfenen Fragen hat der Landrat diese Pressemitteilung versandt:

Paderborner Kreisgesundheitsamt: Kein PFT in öffentlichen Trinkwasserversorgungsanlagen in Salzkotten

– Erhöhte Werte in fünf privaten Brunnen gefunden –

Kreis Paderborn (krpb). Das Paderborner Kreisgesundheitsamt lässt seit 2007 alle öffentlichen Trinkwasseranlagen auch auf Spuren der sogenannten perfluorierten organischen Tenside (PFT) kontrollieren. „Das Trinkwasser ist völlig in Ordnung. Wir haben kein PFT gefunden. Alle Haushalte, die am öffentlichen Trinkwasserversorgungssystem angeschlossen sind, können auf die gute Qualität des Trinkwassers vertrauen. Das gilt auch für Salzkotten und damit auch für Thüle und Verne“, erklärt der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Georg Alles. Die Untersuchung auf PFT sei in all den Jahren rein vorsorglich veranlasst worden, betont der leitende Amtsarzt. Die Anforderungen an Trinkwasser sind in der Trinkwasserverordnung geregelt. Diese enthält aktuell keine Grenzwerte für die Stoffgruppe PFT.

PFT hatte in 2006 für Schlagzeilen gesorgt, als in den Einzugsgebieten von Möhne und Ruhr hohe Belastungen festgestellt worden waren. Die Stoffgruppe PFT kommt in der Natur so nicht vor. Sie ist vom Menschen geschaffen und findet in der Industrie vielfältigen Einsatz, beispielsweise zur Beschichtung von Jacken, bei Film- oder Röntgenmaterial, in Feuerlöschmitteln oder bei galvanischer Oberflächenbehandlung. Die Substanz ist relativ neu und taucht deshalb weder in der Trinkwasserverordnung noch im Umweltrecht als zu kontrollierender Parameter auf. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW (LANUV) hatte mit Expertengremien in 2006 / 2007 einen so genannten Trinkwasserleitwert festgelegt, der bei kleiner gleich 0,3 Mikrogramm je Liter liegt. Dabei handelt es sich um einen gesundheitlich-duldbaren und trinkwasserhygienisch akzeptablen Höchstwert für PFT im Trinkwasser. Das heißt: Wenn jemand ein Leben lang Trinkwasser mit dieser Belastung zu sich nimmt, dürfte das nach jetzigem Kenntnisstand unproblematisch sein. Angestrebt wird ein allgemeiner Vorsorgewert von kleiner gleich 0,1 Mikrogramm je Liter.

Das LANUV hatte im vergangenen Jahr im Rahmen einer Routineuntersuchung an einer Grundwassermessstelle im Raum Salzkotten-Thüle eine PFT-Belastung von 0,35 Mikrogramm je Liter festgestellt und das dem Paderborner Umweltamt Ende August mitgeteilt. „Aus Sicht des Gewässerschutzes ist das als geringfügig zu bewerten“, sagt der Leiter des Paderborner Umweltamtes, Klaus Kasmann. Umweltamt und Gesundheitsamt schlossen sich umgehend kurz, um feststellen, ob sich in der Nähe der Messstelle private Brunnenanlagen befinden, wie sie auf dem Lande noch im Außenbereich einiger Häuser zu finden sind. Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ließ in Abstimmung mit dem LANUV von September bis Dezember in insgesamt drei Probengängen (mit jeweils stufenweise erweitertem Radius um die betroffenen Messstelle) Eigenversorgungsanlagen prüfen und wurde in Verne und Thüle fündig: In fünf privaten Brunnen (vier Trinkwasserbrunnen, ein Brauchwasserbrunnen) wurden erhöhte PFT Werte, von ganz niedrig belastet, 0,11 Mikrogramm je Liter, bis leicht erhöht, 0,69 Mikrogramm je Liter, gemessen. In einem der privaten Trinkwasserbrunnen wurde ein deutlich erhöhter Wert von 13 Mikrogramm je Liter festgestellt. Dieser Brunnen wird von dem Privatbesitzer nicht mehr genutzt. Er hat sich jetzt auch an das öffentliche Trinkwassersystem anschließen lassen. Andere Brunnen, die nur wenige Meter entfernt lagen, waren unauffällig. Insgesamt getestet wurden 14 private Eigenversorgungsanlagen.

Die Auswertung des Altlastenkatasters ergab, dass sich in der Nähe der auffälligen Grundwassermessstelle eine Altdeponie der Stadt Salzkotten befindet. „Das könnte die Quelle sein, muss aber nicht“, betont Umweltdezernent Martin Hübner. Jetzt müssten erst einmal die lokalen Fließrichtungen ausgewertet werden. Weitere Proben werden gezogen und im Anschluss von Speziallabors untersucht, die diesen Stoff überhaupt bestimmen können. Gesundheitsamt und Umweltamt sind dabei, weitere möglichen Quellen bzw. Ursachen zu finden.

Die Paderborner Kreisverwaltung wird im Rahmen der öffentlichen Sitzung des Kreisausschusses für Natur, Umwelt und Klimaschutz am Dienstag, 11. Februar, um 18 Uhr darüber berichten.

 

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